Neun gut besuchte Mitgliederversammlungen

700 Mitglieder und Kunden informierten sich umfassend

Weikersheim Bei insgesamt neun Mitgliederversammlungen der Volksbank Vorbach-Tauber eG informierten sich in den vergangenen Wochen rund 700 Mitglieder und Kunden über die aktuelle Situation ihrer Bank.

Ab Mitte Februar hatten die Vorstände Jürgen Fricke und Dirk Schlenker in Creglingen, Niederstetten, Weikersheim und den Teilorten  Adolzhausen, Elpersheim, Finsterlohr, Laudenbach, Neubronn und Waldmannshofen das Gespräch mit Mitgliedern und Kunden gesucht und Mitglieder, die der Genossenschaftsbank seit bereits fünf Jahrzehnten die Treue halten, geehrt.

Mit einem kurzen Blick auf die globalen Rahmenbedingungen des abgelaufenen Geschäftsjahrs eröffnete jeweils Jürgen Fricke  die Veranstaltungen, bei denen turnusgemäß auch die Wahlen für die Vertreterversammlung auf der Tagesordnung standen.

Trotz vielfältiger Verunsicherungen durch die schwache weltwirtschaftliche Entwicklung, Terroranschläge, die unbewältigte griechische Schuldenkrise, trotz der Herausforderung des Flüchtlingszustroms  und VW-Abgasskandal, um nur wenige Punkte herauszugreifen, setzte sich im  vergangenen Jahr der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland fort. Kräftig steigende Konsumausgaben bei extrem niedriger Inflationsrate und Beschäftigungswachstum sorgten in Deutschland trotz der Talfahrt bei landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen und eher schwacher Investitonsbereitschaft der Firmen für  ein gutes Konjunkturklima. Für 2016 wagte Fricke trotz des prognostizierten etwas abgeschwächten Wachstums der Weltwirtschaft eine vorsichtig optimistische Prognose. Die IHK Heilbronn-Franken sehe die Region  in „solider Verfassung“, und die  Betriebe planen weitere Einstellungen, berichtete Fricke. Keinen Hehl machte er aus seiner Kritik an der Strafzins-Politik der Europäischen Zentralbank, die die EZB zur Belebung der Kreditvergaben im Euroraum fährt, unter anderem, um die Staatsschuldenkrise zu dämpfen, die nach wie vor Südeuropa beutelt. Im Aktienmarkt rechnet Fricke mit einer leicht positiven Entwicklung, die aber weiter durch Schwankungen geprägt sein dürfte.

Dass aus Ausschüttungen des Gewinnsparvereins und Spenden der Volksbank Vorbach-Tauber 27.000 Euro in die Kultur-, Sport-, Kinder-und Jugendarbeit in der Region zurückflossen, quittierten die  Anwesenden ebenso mit Beifall wie die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen der Bank. Mit jetzt 7.930 Mitgliedern gehören fast die Hälfte der Einwohner im Geschäftsgebiet der Bank an. Damit sei man auch dank der seitens der Bank intensiv gepflegten Kundennähe „eine starke Gemeinschaft“, betonte Fricke.

Vorstand spricht Dank für langjährige Treue aus

Über Details zur wirtschaftlichen Entwicklung der Volksbank Vorbach-Tauber informierte Frickes Vorstandskollege Dirk Schlenker. Erstmals habe die VVT 2015 mit einer Bilanzsumme von über 309 Millionen Euro die 300 Millionen-Marke  überschritten. Sehr gut gelaufen sei dabei sowohl das Kundenkreditgeschäft als auch  - trotz Niedrigzinsphase – das Einlagengeschäft.

Das Ausleihvolumen stieg 2015 um 13 Millionen Euro auf den neuen Höchstwert von 186 Millionen Euro, wobei  die Finanzierung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, Investitionen im gewerblichen und landwirtschaftlichen Bereich und im Wohnungsbau im Vordergrund standen.

Parallel wurden die Verwaltungsaufwendungen um 3,1 Prozent reduziert. Dass der Personalaufwand 2015 um 2,7 Prozent stieg, resultiert überwiegend aus Tariferhöhungen. Die 2015 mit Blick auf die Zukunft vorgenommene Aufstockung des Eigenkapitals um 3,6 Prozent auf nunmehr 29,7 Millionen Euro drückte im Gegenzug den Jahresüberschuss auf knapp 591.000 Euro. Dennoch liegt die vorgesehene Dividendenausschüttung  auf die Geschäftsguthaben wieder bei sechs Prozent, zur Ausschüttung kommen – vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung im Juni – knapp 317.000 Euro, was eine Zuführung von 200.000 Euro an die gesetzlichen Rücklagen und rund 74.000 Euro an weitere Ergebnisrücklagen ermöglicht.

Ein Rückblick auf die Zustimmung, die die Berichte des Vorstandes bei den neun Mitgliederversammlungen erfuhren, dürfte die Vertreterversammlung am 6. Juni, die in diesem Jahr in Creglingen stattfindet, kaum Überraschungen bieten, zumal bei allen Mitgliederversammlungen die Vertreterwahlen ohne Gegenstimmen erfolgten.

Wie es langfristig weitergeht, interessiert die Mitglieder natürlich ebenfalls. Natürlich könne es nicht immer nur bergauf gehen, so Fricke auf entsprechende Anfragen. Offen gestand er ein, dass bei weiterer Niedrigzinspolitik nicht auszuschließen sei, dass eines Tages auch Sparern Negativzinsen zugemutet werden könnten. Goldbarren oder die Aufbewahrung der Ersparnisse im Kopfkissen seien aber auch nicht die Lösung, zumal die Volks- und Raiffeisenbanken neben der vorgeschriebenen Einlagensicherung auch eine eigenständige Institutssicherung pflegen. Fricke sicherte zu, dass die genossenschaftlichen Institute sich massiv gegen potentielle Versuche stemmen würden, diesen eigenen Institutssicherungstopf in einen Europäischen Bankenrettungsfonds zu überführen. Man stehe nicht dafür zur Verfügung, auf diesem Weg konkurrierende risikobereite internationale Großbanken zu fördern.

Im Anschluss an die Vertreterwahlen berichteten die Kundenbetreuer Helmut Lang, Michael Melzer und Harald Götz über aktuelle Themen aus dem Bankbereich. Sie informierte die Mitglieder und Kunden über die Vorteile und den Kundennutzen der ausgezeichneten „Genossenschaftlichen Beratung“, die die Volksbank Vorbach – Tauber eG von anderen Bankengruppen unterscheidet.

Um auch noch in Zukunft von den aktuell historisch niedrigen Zinsen zu profitieren, sei es wichtig heute zu reagieren, so die Kundenbetreuer.
Durch ein kurzweiliges Ratespiel wurde deutlich, dass mit regelmäßigen Investitionen in die Aktienmärkte die besten Erfolge erzielt werden können.
Zum Schluss zeigten die Redner die Möglichkeit auf, wie man sich mit der Anlage eines einmaligen Betrages bei der R+V Versicherung eine regelmäßige und lebenslange Rente auszahlen lassen kann.

Ehrungen

Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft wurden in Creglingen Dr. Margarete Frank, Hans Krummrein und Friedrich Rost geehrt, im Teilort Finsterlohr Robert Baumann, Erich Nagel und Willi Schurz, in Waldmannshofen Harald Kern und Georg Kittel.

In Niederstetten ging die Ehrung an Eugen Frank, Helmut Frisch, Friedrich Hahn, Wilma Hermann, Walther Kleinschrot, Robert Lang, Heinz Mündlein, Friedrich Thomas und Karl Weber, bei der Versammlung in Adolzhausen wurden Richard Bauer, Otto Ehrenfeld, Gerhard Meder, Ella Meinikheim und Alma Prümmer ausgezeichnet.

In Weikersheim wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft Hugo Edelmann, Horst Göller, Manfred Gührer, Waltraud Schmidt, Karl Heinz Veeh, Ruth Wagner, Gerlinde Waldmann und Dr. Kurt Waldmann geehrt, im Teilort Elpersheim ging die Ehrung an Heinz Albrecht, Dieter Haas, Kurt Herwarth, Manfred Metzger, Walter Sachs, Fritz Weidner und Reinhold Wirth, in Laudenbach an Willy Egner, Josef Engelhardt, Georg Gundling, Willi Haag, Reinhold Kleinschrot und Karl Schmidt-Horn, in Neubronn stand keine Ehrung an.

 

Fränkische Nachrichten, Inge Braune