Gut 200 Teilnehmer offensichtlich mit ihrer Bank zufrieden.

Viel Interesse für neues Geschäftsfeld.

Creglingen: Die Volksbank Vorbach-Tauber hatte zur 28. Vertreterversammlung geladen.

Gut 200 Teilnehmer konnte Franz Wick, Vorsitzender des Aufsichtsrates, bei der 28. Vertreterversammlung der Volksbank Vorbach-Tauber eG in der Cregligner Stadthalle begrüßen. Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn und seine Kollegen aus Niederstetten und Weikersheim, Heike Naber und Klaus Kornberger gehörten ebenso zu den Gästen wie Thomas Birnbaum, Regionaldirektor der DZ Bank AG und Prüfungsdienstleiter Mathias Juhl vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband sowie Vertreter benachbarter Volks- und Raiffeisenbanken, Verbundunternehmen und Genossenschaften.

Zu Beginn der Versammlung erhoben sich die Anwesenden zum Gedenken an die 96 Mitglieder, die im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorben waren, von ihren Plätzen, ehe Vorstand Jürgen Fricke die  Entwicklungen nachzeichnete.

Wirtschaftlich betrachtet, so Fricke, sei 2018 mit steigenden Konsumausgaben und Investitionen sowie einer neuen Höchstmarke bei den Beschäftigten noch ein gutes Jahr gewesen. Die Chancen für weiteren Aufschwung stehen eher schlecht: geopolitische Konflikte, unter anderem US-amerikanischer Protektionismus, Strafzölle, Handelsstreitigkeiten, die unklare Brexit-Entwicklung und ein auch weiter niedriges Zinsniveau sorgen für ein schwieriges Umfeld, auch wenn aus heutiger Sicht eine Rezession noch nicht zu erwarten sei.

Auch neue Abgastestverfahren und etwa die Monsanto-Übernahme durch Bayer bremsten den DAX aus, der 2018 um 3000 Punkte auf 10.559 Punkte absackte. Fricke erwartet bei weiterhin erheblichen Schwankungen bis zum Jahresende einen Schlussstand um den aktuellen Stand von rund 12.300 Punkten.

Über 2.000 Mitglieder und Kunden nahmen an Aktivitäten ihrer Bank wie Bus- und Flugreisen, Ausflügen und Veranstaltungen teil, mit einem Spendenvolumen von rund 33.500 Euro unterstützte die VVT Kultur und Sport in der Region ebenso wie die Kinder- und Jugendarbeit. Für viel Freude in den Kindergärten sorgten 30 von der VVT spendierte Bobbycars.

Nach 2012 und 2015 wurde die VVT 2018 bereits zum dritten Mal als beste VR-Fördermittelbank ausgezeichnet:  gute Beratung ermöglichte oft zumindest teilweisen Zugriff auf zinsverbilligte öffentliche Förderprogramme.

Vorstand Dirk Schlenker präsentierte den Vertretern die Geschäftsentwicklung in Zahlen. Unter anderem verwies er auf eine deutlich gestiegene Bilanzsumme, Erhöhung des bilanzierten Eigenkapitals sowie ein um fast 6,5 Prozent gestiegenes Kundenkreditvolumen und steigende Kundeneinlagen (siehe Infobox). Trotz guter Bilanzzahlen sank das Betriebsergebnis – allerdings aus gutem Grund: Die auf die Zukunft gerichteten Baumaßnahmen in Weikersheim und Niederstetten – an die Hauptstelle Weikersheim wurde ein neuer Trakt angebaut, in der Geschäftsstelle Niederstetten ein großer Umbau vollzogen – führten zu einem um fast 15 Prozent niedrigerem Betriebsergebnis; der Jahresüberschuss in Höhe von gut 424.200 Euro fließt auf einstimmigen Beschluss der Versammlung gut zur Hälfte in eine vierprozentige Dividende sowie in gesetzliche Rücklagen und andere Ergebnisrücklagen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Wick trug den mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Prüfungsbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands vor. Die Prüfer bestätigten trotz des gesunkenen Betriebsergebnisses eine zufriedenstellende Ertragslage, angemessene Risikovorsorge und eine dem Wachstum entsprechende Rücklagenerhöhung, verwiesen jedoch auf strukturelle Risiken im Kreditgeschäft, die auf die der Region entsprechende  Branchenkonzentration zurückzuführen ist. Die Vertreter stimmten dem Prüfungsbericht ebenso einstimmig zu wie der Feststellung des Jahresabschlusses, der vorgeschlagenen Ergebnisverwendung und der von Bürgermeister Uwe Hehn durchgeführten Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat scheidenden Mitglieder Franz Wick und Ullrich Baudisch wurden einstimmig wieder gewählt, Franz-Josef Mihsler schied nach 29jähriger Tätigkeit im Aufsichtsrat aus Altersgründen aus dem Gremium aus.

Gar nicht selbstverständlich, so Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn im Rahmen seines Grußwortes an die Versammlung, sei es, dass eine Bank heute noch mit so vielen Filialen und Mitarbeitern aus der Region persönliche Beratung biete. Er ebenso wie seine Kollegen fänden jederzeit ein offenes Ohr. Die Flexibilität unter anderem bei Hausbaukrediten werde von den Kommunen und natürlich seitens der Privatkunden sehr geschätzt. Er freue sich über das gute Ergebnis, dankte auch im Namen seiner Kollegen für die Spenden und wünschte für 2019 ein erfolgreiches Geschäftsjahr.

Dazu dürfte auch das neue Geschäftsfeld „Private Banking“ einen Beitrag leisten, das Michael Melzer vorstellte. Er ist seit drei Jahrzehnten für die Volksbank Vorbach-Tauber eG tätig, schloss berufsbegleitend die Studiengänge zum Finanz- und Nachfolgeplaner und Testamentsvollstrecker ab. Derzeit absolviert er das Master-Studium an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden. Als Verantwortlicher des neuen Bereichs „Private Banking“ kümmert er sich um Vermögensmanagement, Vermögensverwaltung, individuelle Vermögensnachfolgeplanung und Testamentsvollstreckung. Ansprechpartner für Fragen im Bereich Private Banking sind im Marktbereich Creglingen Helmut Lang und Tim Rogner, im Marktbereich Niederstetten Klaus Thürrauch und im Marktbereich der Hauptstelle Weikersheim Michael Melzer selbst.
 

Ehrung für langjährige Mitglieder:

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Fricke (rechts), sein Kollege Dirk Schlenker (links) und der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Wick (6.v.l.) gratulierten gemeinsam mit Matthias Juhl vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (2.v.l) langjährigen Mitgliedern zum 60-, 70-, und sogar 90jährigen Jubiläum ihrer Mitgliedschaft.

Autorin:

Inge Braune, 97990 Weikersheim